Erzieherische Grundhaltung
Wir legen Wert auf vertrauensvolle Beziehungen.
Unsere Haltung ist geprägt durch
- Akzeptanz und Wertschätzung
- Offenheit und Ansprechbarkeit
Im Alltag sind unsere Aufgaben vor allem:
- Beobachtung
- Begleitung und Unterstützung
Wir geben Kindern Raum und Möglichkeiten zur Mitbestimmung.
Jeder bringt seine individuellen Stärken in den Alltag ein.
Besondere Schwerpunktsetzungen
Förderung von motorischen Kompetenzen und Bewegung
Der Wald ist die natürlichste Umgebung, um Bewegungserfahrungen zu machen, die motorische Geschicklichkeit, Koordination, Gleichgewicht und Körperspannung trainieren. An jedem unserer Plätze gibt es besondere Geländestrukturen, die zum Springen, Rennen, Balancieren, Kriechen, Klettern, Rollen, Rutschen, Wippen und Schaukeln einladen.
Der tägliche Weg durch den Wald trainiert nicht nur Schnelligkeit und Ausdauer, sondern fördert auch in hohem Maße Geschicklichkeit, Gleichgewicht und Achtsamkeit bei Unebenheiten, Wurzeln, Matsch und an Hängen.
Feinmotorische Fähigkeiten erwerben die Kinder vormittags im Spiel, beim An- und Ausziehen sowie beim Ein- und Auspacken des Rucksacks. Der Umgang mit Werkzeug und Seilen fördert die feinmotorischen Kompetenzen.
Das Mal- und Bastelmaterial im großen Bauwagen dient der Förderung von Scheren- und Stifthaltung als feinmotorische Voraussetzung für die Schule. Neben gezielten Angeboten aus dem Kreativbereich steht es den Kindern jederzeit frei, dieses Material zu benutzen.
Aufbau einer innigen Naturverbindung
Kinder sind Teil der Natur und haben daher ein Bedürfnis nach Naturverbundenheit, dem wir im Waldkindergarten in besonderem Maß gerecht werden können.
Durch die täglich gleichen Wege und Strukturen lernen die Kinder schnell, sich in unserem Nahbereich zu orientieren, kennen unsere „Räume“ und das dort vorhandene „Spielzeug“.
Wenn es regnet, windig oder sehr heiß ist, suchen wir geschützte Plätze im Wald auf. Die Kinder erleben die Geborgenheit und den Schutz, den die Natur geben kann. Beim Klettern und Bauen geben die Bäume Halt und Sicherheit.
Auf längeren Wanderungen durch den Wald, über Wiesen und zwischen Feldern entdecken die Kinder neue, interessante Orte, Pflanzen, Tiere und vieles mehr. Doch auch an unseren gewohnten Plätzen gibt es jedes Mal etwas anderes zu erkunden, neue Spiele zu erfinden und Abenteuer zu erleben.
Um die Entwicklung einer innigen Naturverbindung zu unterstützen, wählen wir geeignete Plätze aus, die neben Bewegungs-, Forsch- und Spielanlässen auch Möglichkeiten zum stillen Rückzug bieten, damit die Kinder in Ruhe mit sich und der Natur sein können.
Gemeinsam erforschen wir die Umwelt, betrachten das Wetter und die Jahreszeiten, lauschen auf die Geräusche des Waldes und bereiten uns Speisen aus dem, was uns die Natur gibt.
Wir pflegen und vermitteln einen achtsamen Umgang mit allem Leben um uns herum.
Entwicklung von sozialen Kompetenzen
Waldkinder müssen sich in erhöhtem Maß sprachlich mit anderen auseinandersetzen. Im Alltag vermitteln wir übliche Gesprächsregeln sowie Höflichkeits- und Umgangsformen. Dazu gibt es Gespräche, Lieder und Geschichten im Morgen- oder Abschlusskreis. Im Umgang mit Kindern, Kollegen und Eltern sind wir ein Vorbild.
Die Kinder entwickeln im Spiel, bei Projekten und Gruppenaktivitäten Teamfähigkeit. Gezielte Kooperationsspiele unterstützen diesen Prozess.
Durch die Kindergartenregeln und begleitete Konflikte erwerben sie angemessene soziale Verhaltensweisen und Lösungsstrategien, bis hin zur selbstständigen Konfliktbewältigung ohne die Hilfe von Erwachsenen.
Die spielzeugfreie Umgebung erfordert eine intensive sprachliche Auseinandersetzung der Kinder im Spiel. Rollenspiele erfordern viele Absprachen. In Liedern, Reimen, Rätseln und Geschichten findet weiterhin gezielte Sprachförderung statt, die im Vorschuljahr noch intensiviert wird.
Wir vermitteln den Kindern die Werte und Regeln unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Autonomie und Selbstständigkeit im lebenspraktischen Ansatz
Um die Selbstbestimmtheit der Kinder von Anfang an zu fördern, ermöglichen wir ein hohes Maß an Partizipation und Mitbestimmung. Das beinhaltet die tägliche Wahl der Plätze und Beschäftigungen, die Freiwilligkeit von Angeboten sowie die gemeinsame Planung von Festen. Bei allen Entscheidungen, die sie betreffen, beziehen wir die Kinder alters- und entwicklungsgerecht mit ein.
Wir geben jedem Kind ausreichend Zeit, um sich selbstständig an- und auszuziehen oder seinen Rucksack zu packen. Dabei bieten wir solange Unterstützung und Ratschläge an, bis die Kinder nicht mehr auf unsere Hilfe angewiesen sind.
Im beaufsichtigten Umgang mit möglichen Gefahrenquellen wie Werkzeug, Feuer oder Straßenverkehr erwerben die Kinder Risikokompetenz, also die Fähigkeit, mit Gefahren sicher umzugehen. Sie ist die Grundlage für selbstständiges Handeln im Alltag.
Die Pflege von Bauwagen, Material und unserer Pflanzen sowie die gemeinsame Zubereitung von Speisen vermitteln wichtige Kompetenzen im hauswirtschaftlichen und handwerklichen Bereich.
Freispiel
Das Spiel ist die grundlegende Lern- und Verarbeitungsform von Kindern. Hier werden neue Verhaltensweisen im sozialen Kontext ausprobiert, das Leben der Erwachsenen nachgespielt und aktuelle Erlebnisse spielerisch bearbeitet. Die Kinder üben ihre motorischen Fähigkeiten, erwerben soziale Kompetenzen und erweitern ihre kognitiven Fähigkeiten.
Das Freispiel ist für uns der wichtigste Teil des Tagesablaufes und nimmt daher den größten Teil des Kindergartentages ein: während der Bring – und Abholzeiten sowie vormittags am gewählten Platz. Die Wahl von Spielpartner und -form erfolgt frei, lediglich der Ort ist durch die Abstimmung im Morgenkreis eingegrenzt. Innerhalb der großzügigen Platzgrenzen dürfen sich die Kinder frei bewegen.
Wir achten bei der Auswahl der Plätze auf vielfältige Spielanreize, Rückzugsmöglichkeiten und Raum für Bewegung. In der Regel nehmen wir Seile und Bücher oder anderes Material mit. So gibt es verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kinder. Die Angebote während der Freispielzeit sind stets freiwillig.
Wir unterstützen die Kinder nach Bedarf bei der Lösung von Konflikten, bei praktischen Problemen und bei der Wahl von neuen Spielpartnern. Vor allem die neuen Kinder brauchen dabei gelegentlich Unterstützung.
Gruppen
Der Waldkindergarten ist eine Kindertageseinrichtung für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. In Einzelfällen nehmen wir auch Kinder kurz vor dem dritten Geburtstag auf.
Wir arbeiten in zwei Gruppen mit jeweils 15 – 20 Kindern in einem teiloffenen Konzept.
Das heißt, dass sich die Kerngruppen in der Freispielzeit mischen können, sodass alle Kinder miteinander und mit allen PädagogInnen in Kontakt gehen und Beziehungen aufbauen.
Die Jüngeren = Kinder im ersten und zweiten Kindergartenjahr
Die Älteren = Kinder im letzten und vorletzten Kindergartenjahr
Jede Gruppe wird von einer pädagogischen Fachkraft und einer pädagogischen Ergänzungskraft begleitet. Weitere Mitarbeitende (Hilfskräfte, FSJ, BFD, Praktikum) wechseln nach Bedarf zwischen den Gruppen.
Ausführlichere Informationen können im pädagogischen Konzept sowie im Wald-ABC nachgelesen werden.
Der Waldkindergarten hat ein Schutzkonzept inklusive Selbstauskunftserklärung Personal und Verhaltenskodex Personal erstellt, um die Kinder bestmöglich zu schützen.
